Vorstudie zum Bauhöhenkonzept

Die Stadt Freiburg im Breisgau strebt seit den 1980ern eine flächensparende Siedlungsentwicklung nach dem Leitbild der „Stadt der kurzen Wege“ an. Die Möglichkeiten für Außenentwicklungen sind in Freiburg zudem stark begrenzt. Der anhaltende Siedlungsdruck hat dazu geführt, dass der Bau höherer Gebäude und Hochhäuser – in Verbindung mit einer angemessenen wohnungsnahen Freiraumversorgung – zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der stadt- und freiraumplanerische Wettbewerb für den neuen Stadtteil Dietenbach zeigte 2018 die Notwendigkeit einer gesamtstädtischen Betrachtung für die Bauhöhenentwicklung in Freiburg im Breisgau.

Das Stadtplanungsamt Freiburg beauftragte MUST in diesem Kontext mit der Erstellung einer Studie zur „Vorbereitung eines Bauhöhenkonzepts“. Das Fachgutachten diente der Vorbereitung eines Bauhöhenkonzepts für den neuen Stadtteil Dietenbach sowie für die Gesamtstadt im Rahmen der Neuaufstellung des FNP. Der Begriff „Bauhöhenkonzept“ wird für Freiburg bewusst verwendet. Er beinhaltet, dass das Konzept sich nicht ausschließlich mit Hochhäusern, sondern mit den verschiedenen städtebaulichen Höhenakzenten befassen soll.

Der Kern des Gutachtens ist eine gesamtstädtische, städtebauliche und freiraumplanerische Analyse der historischen Entwicklung Freiburgs. Hier werden die wesentlichen Meilensteine der Freiburger Stadtentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Bauhöhenentwicklung herausgearbeitet. Die Analyse wird auf Quartiersebene und auf Gebäudeebene vertieft und macht die zugrunde liegende Logik der bestehenden Höhenakzente im Stadtgefüge nachvollziehbar.

Bearbeitungszeitraum
2018

Standort
Freiburg im Breisgau

Auftraggeber
Stadt Freiburg im Breisgau

Produkt
Vorstudie zum Bauhöhenkonzept

LOGIK DER FREIBURGER BAUHÖHENENTWICKLUNG

Die kartografische Analyse zeigt auf, dass 2018 kaum Bauhöhenakzente an räumlichen Hauptstrukturen mit Bedeutung auf Gesamtstadtebene positioniert sind. Bauhöhenakzente sind nur sehr selten direkt an den Übergangsbereichen zu großen Landschaftsräumen positioniert. Im Mittelalter markierten die Stadttore die Eingänge zur Stadt. 2018 übernimmt das Hochhaus-Cluster im Bahnhofsquartier diese Rolle. Höhenakzente zur Markierung von Stadteingängen an den großen Verkehrsachsen gibt es in Freiburg im Breisgau nicht. Die Bauhöhenakzente in Freiburg stärken die Struktur der Stadt der Quartiere: sie markieren vor allem räumliche Hauptstrukturen auf Stadtteilebene.

Gartenstadt
Landwasser

FREIBURGER FORMEL FÜR DIE BAUHÖHENEINORDNUNG

Wenn es um die Bauhöhenakzente geht, kann aus der historischen Entwicklung eine „Freiburger Formel“ für die Bauhöheneinordnung abgeleitet werden:

  • Bis 22 Meter: nur Gebäude mit Bedeutung auf Quartiersebene
  • 22 – 44 Meter: nur Gebäude mit Bedeutung auf Stadtteilebene
  • 44 – 66 Meter: nur Gebäude mit Bedeutung auf Gesamtstadtebene

Auf Grundlage der Analyse sind die räumlichen Prinzipien für die Bauhöhenentwicklung abgeleitet.

Höhenakzente sollen nicht direkt an Hauptstrukturen auf Gesamtstadtebene oder bei Stadteingängen positioniert werden.

Höhenakzente bei Szenerien oder Landschaften am Rande der Stadt sollten in der zweiten Reihe positioniert werden.

Höhenakzente können als Cluster an ÖPNV-Knotenpunkten positioniert werden.

Höhenakzente sollen den Blick vom Quartier auf die Landschaft nicht blockieren.

Die Freiburger Formel für Bauhöhenakzente lautet:            22 – 44 – 66 Meter.

Die Höhe des Höhenakzentes soll immer im Verhältnis zur mittleren Bauhöhe des Quartiers stehen.

Abschließend formulierte das Fachgutachten die zentralen Eckpunkte eines gesamtstädtischen Bauhöhenkonzeptes für Freiburg im Breisgau.