Raumentwicklungsperspektive für die Tagebaufolgelandschaft Hambach

Der Tagebau Hambach ist der größte Braunkohletagebau im Rheinischen Braunkohlerevier, einer der bedeutendsten Braunkohleförderregionen Europas. Er liegt zwischen Jülich im Kreis Düren und Kerpen im Rhein-Erft-Kreis im Westen Deutschlands. Der Kohleabbau in Hambach begann 1978. Mit einer Tiefe von 411 Metern zählt der Tagebau zu den größten Braunkohlegruben Europas. Die beeindruckende Größe des Tagebaus zeugt auch von seiner Bedeutung für die Deckung des deutschen Strombedarfs, zu der er einen signifikanten Anteil leistete. Im Zuge des vorgezogenen Kohleausstiegs wird die Braunkohleförderung in Hambach im Jahr 2029 beendet. Ab 2030 wird der ehemalige Tagebau über mehrere Jahrzehnte hinweg mit Wasser aus dem Rhein geflutet. So entsteht der Hambachsee, eine neue Landschaft in der Region.

In diesem Kontext hat das Team Hambach fünf Planungsbüros damit beauftragt, eine Raumentwicklungsperspektive zu erarbeiten. Diese formuliert zentrale Leitlinien für eine frühzeitige und möglichst vielfältige Wiedernutzbarmachung der Tagebaufolgelandschaft. Ziel der Raumentwicklungsperspektive ist es, den Kommunen und die gesamte Region den Weg auf einen nachhaltigen und zukunftsfähigen Entwicklungspfad zu weisen. Sie enthält Beiträge zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur CO2-Reduktion und Erzeugung regenerativer Energie, zur Klimaanpassung, zur Verkehrswende, zur Stärkung der Biodiversität und zur Gestaltung attraktiver Landschaften und lebenswerter Orten. MUST hat sich auf die Themen Siedlungsentwicklung, Mobilität und Energie fokussiert.

Die Raumentwicklungsperspektive arbeitet in zwei Detaillierungsebenen. Das weitere Umfeld – einschließlich der Flächen aller angrenzenden Kommunen sowie der Verbindungen zu benachbarten Tagebauen – wird für das gesamte Plangebiet dargestellt. Im Fokus stehen dabei die Themen Mobilität und Vernetzung (Schienen und Radrouten), die Siedlungsentwicklung und die großräumige Grünvernetzung. In eine genauere Detaillierung werden beispielhafte Lösungen und konkrete Leuchtturmprojekte für die Entwicklung des Tagebauumfeldes illustriert.

Bearbeitungszeitraum
02/2020 – 09/2021

Standort
Rhein-Erft-Kreis

Auftraggeber
Team Hambach (Neuland Hambach GmbH und RWE Power AG)

Produkt
Raumentwicklungsperspektive

Kooperationspartner                Landschaft: bgmr Landschaftsarchitekten; Mobilität: Planersocietät; Kommunikation und Entwicklungsstrategie: Prof. Dr.-Ing. Ursula Stein I Stadt- und Regionalplanung, plan-lokal Körbel + Scholle Stadtplaner PartmbB

Website

Leitbild Siedlungsstruktur und Verkehr
Drei Phasen der Siedlungsentwicklung
Bürgewald
Typologie des Landstädtchen
Manheimer Bucht
Buir am Wald
Historisches Zentrum Niederzier
Verkehrsinfrastruktur
Seilbahn Elsdorf - Sophienhöhe - Jülich
Neue Stadtstraße
Testräume für neue Mobilität
Die Region als Testraum für nachhaltige Energie
System für eine nachhaltige Energieinfrastruktur