Das Mittelzentrum der Stadt Willich verspürt, wie auch viele andere Städte in Deutschland, einen Mangel an Wohnraum. Um diesem entgegenzuwirken, werden neue Räume in Willich gesucht. Im Rahmen des Projekts „Landesinitiative Bauland an der Schiene“ (BEG) wurden in der Stadt Willich unterschiedliche Flächen hinsichtlich ihrer Entwicklungspotenziale untersucht. Infolgedessen wurde im Stadtteil Willich-Anrath eine 4,3 ha große Fläche ausgewählt, die sich innerhalb des Erreichbarkeitsradius von 1.000 m zum Bahnhof Willich-Anrath befindet.
Die Stadt Willich hat MUST beauftragt für die ausgewählte Fläche einen städtebaulichen Rahmenplan zu erarbeiten. Das Ziel ist hier eine emissionsarme Wohnsiedlung zu entwickeln. Der städtebauliche Entwurf soll sich an der umliegenden Bebauung orientieren und die von der BEG empfohlene Dichte von 30 bis 60 WE/ha anstreben. Im Januar 2021 startete der Rahmenplanungsprozess. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Planungsteam der Stadt Willich und MUST wurde dieser in mehreren Schritten erarbeitet. Im ersten Schritt wurden drei Varianten erstellt, die im Sommer 2021 in die Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben wurden. Aus diesen Ergebnissen konnte Ende des Jahres 2021 eine Vorzugsvariante erarbeitet werden.
Die neue Siedlung soll ein lebenswertes Quartier und ein Beispiel für eine zeitgerechte städtebauliche Entwicklung werden. Dafür wird das Prinzip der dreifachen Innenentwicklung angewendet. Das Prinzip kombiniert drei Leitbilder: die Stadt der kurzen Wege, die emissionsfreie Stadt und die klimaangepasste Stadt. Prägend für das Plangebiet ist die Lage am Ortsrand. Der räumliche Aufbau der Siedlung wird von zwei halb-offenen Baublöcken entlang der Straße und drei dreieckigen Baublöcken an der offenen Landschaft gekennzeichnet. Die offenen Dreiecke gewährleisten eine Verzahnung der neuen Bebauung mit der Landschaft, wodurch diese aus vielen unterschiedlichen Bereichen der Siedlung erlebbar wird. Gleichzeitig wird durch den räumlichen Aufbau die Frischluftzufuhr gewährleistet. Alle fünf Baublöcke weisen unterschiedliche Bebauungstypologien auf, sodass ein abwechslungsreiches Stadtbild entsteht. Gemäß dem Ziel einer optisch autofreien Siedlung sind im öffentlichen Raum keine Stellplätze vorgesehen. Alle 165 Stellplätze für Anwohner:innen und Besucher:innen sind in zwei Quartiersgaragen untergebracht. Die Quartiersgaragen sind nicht als reines Parkhaus für Pkws gedacht, sondern als Mobilitätshubs für das Quartier. Deshalb ist pro Geschoss eine Zusatzfläche von ca. 140 qm für beispielsweise Car-Sharing- Stellplätze und Abstellplätze für (Sharing)-Lasträder oder Pedelecs reserviert.
Der Rahmenplan wurde einstimmig im Planungsausschuss beschlossen und bildet die Grundlage für das B-Plan Verfahren.
Bearbeitungszeitraum
02/2021 – 01/2022
Standort
Stadt Willich
Auftraggeber
Stadt Willich und
NRW Urban
Produkt
Rahmenplan





