Das Mittelzentrum der Stadt Willich verspürt, wie auch viele andere Städte in Deutschland, einen Mangel an Wohnraum. Um diesem entgegenzuwirken, werden neue Räume in Willich gesucht. Im Rahmen des Projekts „Landesinitiative Bauland an der Schiene“ (BEG) wurden in der Stadt Willich unterschiedliche Flächen hinsichtlich ihrer Entwicklungspotenziale untersucht. Infolgedessen wurde im Stadtteil Willich-Anrath eine 4,3 ha große Fläche ausgewählt, die sich innerhalb des Erreichbarkeitsradius von 1.000 m zum Bahnhof Willich-Anrath befindet.
Die Stadt Willich hat MUST beauftragt für die ausgewählte Fläche einen städtebaulichen Rahmenplan zu erarbeiten. Die Stadt Willich beabsichtigt, auf der derzeit divers genutzten Fläche eine nachhaltige Wohnsiedlung zu entwickeln. Der städtebauliche Entwurf soll sich an der umliegenden Bebauung orientieren und die von der BEG empfohlene Dichte von 35 bis 60 WE/ ha anstreben.
Im Februar 2022 startete der Rahmenplanungsprozess. In enger Zusammenarbeit zwischen dem Planungsteam der Stadt Willich und MUST wurde dieser in mehreren Schritten erarbeitet. Im ersten Schritt wurden eine Analyse und drei Varianten erstellt. Die Varianten zeigen ein weites Spektrum der Möglichkeiten zum Umgang mit der Gebäudeanordnung und dem Erschließungssystem sowie in Bezug auf die Struktur und Nutzung der Grün- und Freiräume.
Bearbeitungszeitraum
02/2022 – 07/2025
Standort
Stadt Willich
Auftraggeber
Stadt Willich und
NRW Urban
Produkt
Rahmenplan




Die Analyse des Plangebietes und die Entwicklung der drei Entwurfsvarianten im Rahmen der Vorstudie machten deutlich, dass es weiterer Untersuchungen bedarf, um eine fundierte und zielgerichtete Rahmenplanung für das Quartier Bahnhof Anrath zu entwickeln. Daher beauftrage die Stadt Willich die Erstellung von vorbereitenden Gutachten zu verschiedenen Fragestellungen.
Die Ergebnisse der Fachgutachten lassen keine Priorisierung der Varianten aus der Vorstudie zu. Alle drei Varianten ließen sich unter Berücksichtigung der bestehenden Emissionen und Restriktionen gleichermaßen realisieren. Daher war mit Blick auf die Entwicklung der Vorzugsvariante insbesondere die erfolgte Grobkosten- und Erlöse Betrachtung von Relevanz. Laut dieser war unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eindeutig die Variante 1 – Hofstruktur weiter zu verfolgen. Die Variante ist zudem laut verwaltungsinterner Abstimmung auch aus stadtstruktureller Sicht zu priorisieren. Sie fügt sich durch die innenliegende Erschließung und die außen liegenden privaten Freiräume gut in die Bestandsbebauung ein und schafft einen angemessenen Übergang zu den angrenzenden Gärten. Darüber hinaus bildet sie einen eigenständigen Charakter für das neue Quartier aus und bietet attraktive Aufenthaltsbereiche für die neue, aber auch die bestehende Bewohnerschaft. Auf Grund des effizienten Erschließungssystems über die öffentliche Kanalstraße und halböffentliche Höfe geht diese Variante mit einer vergleichsweise geringen Flächenneuversiegelung und zugleich der Schaffung von viel Wohnraum einher. Somit wurde die Hofstruktur für die weitere Bearbeitung des Rahmenplans priorisiert und für die Überarbeitung ausgewählt.
Für das Quartier Bahnhof Anrath wird eine kleinteilige Hofstruktur vorgeschlagen, die an eine historische Hoftypologie angelehnt ist und diese neu interpretiert. Der Entwurf arbeitet mit gemeinschaftlichen Erschließungshöfen und schafft rückwärtig großzügig Raum für private und gemeinschaftlich genutzte Gärten. So fügt sich der Entwurf – insbesondere angesichts der Lage einiger Teile des Plangebietes in zweiter Reihe – gut in die Bestandsbebauung ein und schafft einen angemessenen Übergang zu den bestehenden privaten Freiräumen. Zugleich ermöglicht die Struktur eine effiziente Nutzung der Fläche und schafft eine eigene Identität des neuen Quartiers. Insgesamt entstehen im Plangebiet 189 Wohneinheiten.







